im Großen Saal des Moskauer Konservatoriums.

Teilnehmer:

  • Tschaikovsky Symphony Orchestra Moskow, Dirigent: Wladimir Fedoseyev
  • Yurlov Capella Choir, Dirigent: Gennady Dmitryak
  • Orgel: Professor Rubin Abdulin
  • Solisten des Bolchoi Theaters: Agunda Kulaeva (Mezzo-Sopran), Alexei Tatarinsev (Tenor)
  • Solistin des Mariinski-Theaters: Oksana Schilova (Sopran)
  • Solist der Moskauer Philharmonie: Vladimir Avtomonov (Bariton)

Mysterium für Solisten, Chor und Orchester

Beschreibung:

Die Musik wurde durch das gleichnamige Meisterwerk des russischen Poeten und Mystikers des 20. Jahrhunderts Daniil Andrejew (1906-1959) inspiriert. Dessen grundlegende Idee ist die Vereinigung der Menschheit in eine den gesamten Planeten umspannende Bruderschaft, und die Zeit, in der sich dies vollziehen soll, nennt Andrejew die Epoche der „Rosa Mira“. In der Musik wird die Idee der Vereinigung durch die Gegenüberstellung und Verbindung von zwei Schichten realisiert: der westlichen – in Form einer katholischen und der östlichen – in Form einer orthodoxen Liturgie.

Ablauf:

Aus der Ferne, es scheint aus dem Himmel, ertönen die Stimmen des Chores „Swjatij boge“ (Heiliger Gott), welche die erste Menschheit symbolisieren, die vom Gott Schöpfer geschaffen wurde und Krönung und Triumph Seiner Kraft und Liebe zu allem Sein verkörpern sollte. Doch unerwartet mischen sich andere Akkorde in das leise und lichte Gewebe der Musik, Akkorde der teuflischen Versuchung.

Der Chor verstummt und es beginnt der Teil „Menschen der Erde“, eine mit unaussprechlicher Trauer und Gram erfüllte Melodie, die durch zwei Oboen ausgedrückt wird und dazu aufgerufen ist, das menschliche Wesen in seiner ganzen Fülle und Vielgestaltigkeit darzubieten. Der Mensch ist wunderbar, scheint die Musik zu bestätigen, doch der ewige Widerspruch, der in ihm infolge seines Falles angelegt ist, zerteilt seine Seele gleichsam in zwei Hälften – in eine lichte und eine finstre. Ihr ewiges und qualvolles Ringen bestimmt den Lebenssinn des Menschen.

Jenem Ringen sind die folgenden Teile des Mysteriums gewidmet:
"Lux Aeterna", "Agnus Dei", "Kyrie" und "Lacrymosa". Die von Tragik erfüllte Musik des "Lacrymosa" vollendet die Darstellung dieses gigantischen, schon viele Jahrtausende andauernden historischen Dramas. Es beginnt die Auferstehung der Menschheit, die zum Sieg des Lichtes führt, zum Sieg der „Rosa Mira“– "Sanctus". Jedoch kann der in der menschlichen Natur angelegte Widerspruch auch auf dieser Etappe noch nicht ganz überwunden werden. Das Böse kehrt in Gestalt des Antichristen zurück Es beginnt eine Ära des Schreckens und des Leidens – "Requiem", die beendet wird durch die Wiederkunft von Jesus Christus – „Wiederkunft“. Der Klang zahlreicher Glocken verkündet das Anbrechen des Jüngsten Gerichts. Die Seite der irdischen Geschichte des Menschen wird umgeblättert. Es beginnt die Ära seiner Erleuchtung und Verschmelzung mit Gott – vier letzte Chöre. Beinahe unmerklich verklingt die Musik und es bricht eine Stille an, in der Glaube und Hoffnung und Liebe sind...

Die Dauer der Aufführung beträgt ungefähr 45 Minuten.

Ausschnitte aus verschiedenen Aufführungen:

Ende des Teils „Menschen der Erde“, danach „Lux Aeterna“
Menschen der Erde, danach Lux Aeterna


„Heiliger Gott“
Heiliger Gott


„Sanctus“
Sanctus


Komplette Audio-Aufzeichnung der Moskauer Premiere vom 17. März 2017

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